Bricht Bayer ein?

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Nach 15 Spieltagen ist Leverkusen als Tabellenführer immer noch ungeschlagen. Doch auch in den letzten zwei Jahren spielte die Werkself lange oben mit, um sich am Ende nicht einmal für den Europacup qualifizieren zu können. Nach dem dürftigen 0:0 in Hannover schwebt so schon wieder das Gespenst des Absturzes über der Mannschaft - 5 Gründe, warum dieses 2010 verjagt werden kann. Die Montags- Meinung

 

 

 

Ein kleiner Rückblick: Abstürze und Aufholjagden

 

Geschichte wiederholt sich nicht. Aber es gibt Ausnahmen.

Bayer Leverkusen scheint eine solche zu sein: Legendär schon die am letzten Spieltag mit einem 0:2 in Unterhaching (!) verspielte Meisterschaft 2000. Und zwei Jahre später wurde die mit vielen Weltklassespielern wie Ballack und Berbatov gespickte Mannschaft europaweit als „Vizekusen“ bekannt, als sie im DFB-Pokal- und Championsleague- Finale stand, in der Bundesliga 3 Spieltage vor Schluss 5 Punkte Vorsprung hatte und schließlich mit leeren Händen dastand.

Auf eine Krisensaison folgten schließlich einige Jahre, in denen Bayer das Blatt in der letzten Hälfte der Saison noch wenden konnte und die Qualifikation für das internationale Geschäft schaffte, doch 2007/2008 ging es schon wieder los: Nach 24 Spieltagen noch Tabellendritter, reichte es am Ende nur zu Platz 7 – Trainer Michael Skibbe wurde entlassen.

Letzte Saison begeisterte die Mannschaft unter dem Coach Bruno Labbadia dann in der Hinrunde ganz Deutschland mit rasantem Angriffsfußball und, führte nach 13 Spieltagen die Tabelle an, um schließlich auf Rang 9 zu landen – auch Labbadia musste  gehen.

 

Die Ausgangslage: Ungeschlagen auf Platz 1

 

Nun steht Leverkusen dieses Jahr also wieder auf Platz 1, ist immer noch ungeschlagen und hat die beste Abwehr der Liga vorzuweisen. Und doch lehnt sich im Rheinland keiner entspannt zurück: Nach der schwachen Leistung und dem 0:0 bei Hannover 96 geistert wieder ein „Gespenst“ um das Bayerkreuz  – das Gespenst des Absturzes.

Endet Leverkusen also wieder wie in den letzten beiden Jahren? Das wäre fatal, das Finanzkonzept sieht schließlich mindestens Platz 5 und die Qualifikation für die Europa League vor, zudem wären die vielen starken Einzelspieler dann wohl nicht mehr zu halten. Es würde der nächste Absturz folgen, hin zur bedeutungslosen, grauen Maus.

Bricht Bayer wieder ein? Nein! 5 Gründe, warum dieses Mal alles anders kommt und der auf vielen T-Shirts aus der „Werkself“- Kollektion zu findende Spruch „Ausnahmen bestätigen die Regel“ im nächsten Sommer noch ein Stückchen mehr an Wahrheit gewinnt.

 

1. Die Abwehr: Während die Werkself in der letzten Hinrunde vorne zwar oft begeisterte, hinten aber nicht selten 2 oder mehr Gegentore kassierte (19 nach 15 Spielen), stellt sie heute die beste Abwehr der Liga (nur 9 zum gleichen Zeitpunkt). Sami Hyypiä hat der Defensive als bester Bundesliga-Transfer des Sommers (kam ablösefrei vom FC Liverpool) endlich die nötige Stabilität verschafft.

2. Der Trainer: Bruno Labbadia hat nach der letzten Saison selber eingestanden, Fehler gemacht zu haben. Er mag Potential haben, auch wenn sein Abgang aus Leverkusen von keinem guten Charakter zeugt, doch letzte Saison traf mit ihm ein unerfahrener Trainer auf eine unerfahrene Mannschaft. Jupp Heynckes ist dagegen mit seinen 64 Jahre mit allen Wassern gewaschen und weiß große Erfolge wie den Champions-League-Titel vorzuweisen.

3. Das Team wird noch stärker: Bei den teilweise überragenden Leistungen der letzten Wochen konnte man schnell vergessen, dass dabei vier nominelle Stammspieler gefehlt haben. Michael Kadlec, Kapitän Simon Rolfes, Renato Augusto und Patrick Helmes werden erst nach der Winterpause wieder voll einsatzbereit sein – dann machen sie die Mannschaft in der Spitze und Breite noch stärker!

4. Stefan Kießling: Er kam 2006 für 5 Millionen Euro aus Nürnberg und galt schnell als Fehleinkauf. In den letzten Jahren attestierte man ihm dann immerhin eine hohe Laufbereitschaft, und in dieser Saison ist er nun sogar zum Goalgetter mutiert: 12 Tore in 15 Spielen! So lange er trifft, kann Bayer nichts passieren, und momentan sieht es nicht nach einer Formkrise aus.

5. Die neue Bayarena: In der letzten Rückrunde musste Leverkusen die Heimspiele in Düsseldorf austragen, doch nun ist die Bayarena fertig umgebaut und bietet dem Team vor 30.000 Zuschauern ein neues, größeres und schöneres Zuhause. Dieser zurück gewonnene Heimvorteil macht sich deutlich bemerkbar: In 7 Heimspielen wurden  17 von 21 Punkten geholt.

 

Aus „Goatbusters“ werden „Ghostbusters“

 

Die Leverkusener Fanszene bezeichnet sich gerne als „Goatbusters“. In Anlehnung an den berühmten Film „Ghostbusters“ will man „Goats“, also Ziegen, das verächtliche Abbild des Maskottchens des Erzfeindes, dem 1.FC Köln, jagen.

Doch es spricht viel dafür, dass aus den „Goatbustern“ bald auch richtige „Ghostbusters“ werden - das Gespenst des Absturzes wird vertrieben!

 

Auf einem anderen Stern steht allerdings, ob auch das Gespenst, das Jahr für Jahr die Meisterschaft stibitzt, verjagt werden kann…

 

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