Eine ganz normale Zugfahrt

Ein kleines Gedicht über die Deutsche Bahn:

 

Ich sitze hier im Zugabteil,

In Langeweile ich verweil',

Frage mich nicht ohne Wut,

Obs hier wohl knallt, wenn ich den Mut

Fasse und öffne mir

Ein Bier?

Doch zögern tu ich hierbei noch,

was mache ich, wenn, plötzlich doch,

Der Schaffner hier hereinspaziert

Und im Abteil herumflaniert

Und mit unverholner Neugier

Starrt, mit wundern, auf mein Bier

Und sagt: (auf sächsisch)

"Schönen Geten Tach, den Fahrschein bidde. Und das des konsumieren von alkoholischen Getränken hier vorben is, wissen se ja?"


Ich brause auf, ich werde Barsch,

Soll er mich lecken doch am Ar***.

Dieser Kerl, er ist so dreist

(Und obendrein auch noch feist).

Will ich doch nur in Ruh und Frieden,

Mein Bier hier konsumieren.


Dieser Fall, bisher fiktiv,

Wurde doch recht schnell real,

Als ein Schaffner plakativ

Ins Abteil marschierte.


Und es kam, wie schon erzählt,

Der Blick er sagte:

"Sachen se mal, sind se mit dem Bier vermählt?"

Ich sage, "Nein! Es schmeckt mir bloß"

Setz die Flasche in mein' Schoß

Und schütz' sie mit den Händen.


Ich erhebe mich vom Sitz,

Des Schaffners Augen werden zum Schlitz,

Als er mich bös' ansieht

Und meinem Blick besteht.


Ich setze auf mein' Schritt, so kalt,

Und denk mir "Scheiß drauf, ist nur Alt"

Und haue diesem Wicht mit Wonne,

Die ganze Flasche auf die Omme;

Worauf der taumelt, doch nicht fällt.

Ich haue ab und merke nicht,

Das dieser Wicht

Ein Bein mir stellt.


Nun sitze ich einsam Spalier,

Am Hauptbahnhof, Gleis Nummer vier,

Die Uhr zeigt drei Uhr morgens.


Ich setze mich auf eine Bank

Und denke nur, das sei doch krank,

Das so ein lächerliches Malleur,

Mir passiert mit nem Kontrolleur.


Denn der Schmiss mich aus dem Zug heraus,

Ich lag vor einem Backsteinhaus,

Dass sich bei häherem Betrachten,

Als Bahnhof ließ entlarven.


Da sitz ich nun auf ner Bank,

Geworfen aus dem Zug in Schimpf und Schand.

Ich seh nach Links und sehe da:

Der Bank auf der ich sitze,

Nähert sich ein Rasta.


Er setzt sich zu mir, spricht mich an:

"Ey... sag mal, haste Feuer man?"

"Sorry Bruder, keins dabei"

Entgegne ich in Unlust auf die Kifferei.

"Dann nehm ich meins, das macht ja nichts."

Daraufhin der Rastamann ruhig spricht.


Das war vor knapp ner halben Stund,

Und langsam füllt sich mein Mund

Mit scharfem und doch süßem Qualm,

Der Rastamann singt von ner Alm,

Von Kühen, Hirten und den Bergen

Und ich glaub, ich müsste sterben.


Die Eisenbahn, sie spricht zu uns,

Sowas zu sehen ist doch Kunst,

So viele bunte Farben.

Niemals würd ich entlarven,

Dass Rastamann, der hier so chillt,

Nie im Leben wär gewillt

Mir abzugeben von dem Stick

Den er professionell gebaut

Und der mir kräftig reinhaut.


Ich stehe kiffend auf dem Damm

Und, mein Gott, mir wird es klamm,

Ich schreie laut in meinem Wahn

"NIE WIEDER FAHR ICH DEUTSCHE BAHN"



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