Brauchen wir islamischen Religionsunterricht an unseren Schulen?

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Ein umstrittenes Thema in unserer heutigen Gesellschaft: Sollte an unseren Schulen ein Religionsunterricht für Muslime angeboten werden? Einige Schulen in Niedersachsen haben schon vor einigen Jahren ein Experiment gewagt; in NRW wird er ab nächstem Jahr flächendeckend eingeführt. Doch wollen oder brauchen wir überhaupt Religionsunterricht für Muslime?

Dafür spricht einiges: Viele der Muslime an deutschen Schulen fühlen sich benachteiligt, da ihre christlichen Freunde Religion in ihrer Stufe wählen können, sie selbst aber nur Ethik oder Philosophie besuchen können. Außerdem besitzen auch sie ein Recht auf das Wissen um ihre Religion, den Islam. Es ist unfair, dass Christen die Möglichkeit haben, über die genaue Bedeutung von Feiertagen Bescheid zu wissen, die Muslime aber nicht einmal die Grundsätze ihrer Lehre (in der Schule) erfahren. So wird auch vom Staat die Entstehung von islamistischen Lehren vereinfacht, da der Staat keine Kontrolle über Lehrinhalte von Moscheen hat, welcher dann der einzige Ort ist, wo die Menschen etwas über den Islam erfahren können.

Doch die ganze Sache hat auch eine andere Seite, die nicht verschwiegen werden darf: Gibt es denn überhaupt genug Muslime in Deutschland, und sind die, die hier leben gleichmäßig über das Land verteilt oder leben alle in einigen wenigen Städten? Statistiken sagen dazu, dass es viele Muslime gibt, wenn auch nicht genug um in ganzen Ländern verbindlichen Unterricht einzuführen. Laut offiziellen Statistiken leben in ganz Deutschland nur rund 4 Millionen Muslime, dass sind nur 7% der Bevölkerung. Auch darf man nicht vergessen, dass hierfür Lehrer gebraucht werden. Es wird zwar überlegt, einfach Priester oder Pfarrer zu nehmen, wie im christlichen Religionsunterricht. Doch diese Imame, wie sie bei den meisten Muslimen heißen, können oft kaum Deutsch und leben nur für wenige Jahre oder Monate in Deutschland. Auch kann nicht ohne weiteres kontrolliert werden, was sie unterrichten. Um dieses Problem zu umgehen müssen erst Studiengänge für Imame und islamische Theologie angeboten werden, außerdem braucht die Ausbildung auch seine Zeit. Einige dieser Studiengänge gibt es bereits an verschiedenen Universitäten (z,B, in Osnabrück), und in Österreich werden auch bereits die meisten Prediger an staatlichen Hochschulen ausgebildet. Es ist also kein unüberwindliches Problem.

Eine angemessene Lösung für den Augenblick wäre vielleicht diese: Ein Religionsunterricht für Muslime wird in einer Stufe nur dann angeboten, wenn es eine Nachfrage danach gibt, z.B. wenn es genug Interessenten in einer Stufe gibt, um einen Kurs zu füllen.

Generell bin ich für die Einführung von Religionsunterricht für den Islam, allerdings nur dort, wo er gebraucht wird. Auch denke ich, dass die Ausbildung von Lehrern und Imamen in Deutschland gefördert werden sollte, um das zu ermöglichen. Nicht nur aus Angst vor Islamismus, sonder vor allem um der Gleichheit willen.



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