Eine Visite in der Bonner Universitäschirurgie

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Die im Minutentakt den Schlagbaum passierenden Taxis verraten, dass das Klinikumsgelände eines der markantesten Ziele Bonns ist.Denn hoch oben auf dem Venusberg ist das Klinikum in einem ehemaligen Kasernengelände seit über 60 Jahren untergebracht. Früher befanden sich die Universitätskliniken auf dem Gebiet der heutigen Beethovenhalle unweit der Kennedybrücke. Jeder Taxifahrer würde bestätigen, dass die Strecke vom Köln/Bonner Flughafen zu den Venusbergkliniken mit zu den am häufigsten gefahrenen Taxirouten gehören. Patienten aus der ganzen Welt suchen ärztlichen Rat und Heilung am Bonner Universitätsklinikum.
Um einige wenige der Schwerpunkte der Forschung zu nennen: Bonn ist berühmt für seine Herzchirurgie. Auf dem Venusberg gehören Herztransplantaionen zum medizinischen Alltag und auch die Behandlung von Depressionen hat einen internationalen Ruf erlangt.

Um zur chirurgischen Abteilung zu kommen, muss man einen Fußweg von 15 Minuten zurücklegen. Der Leiter der chirurgischen Abteilung erzählt, dass in 3 Schichten operiert wird, oft mit mehreren Teams gleichzeitig. Er verrät: " Die Arbeitsbelastung der Ärztinnen und Ärzte hat ein solches Ausmaß erlangt, dass eine weitere Steigerung mit Rücksicht auf die Patienten nicht mehr verantwortbar ist. Natürlich bilden wir auch im Rahmen der Mediziner-Ausbildung zukünftige Chirurgen aus, was eine nicht zu unterschätzende Mehrbelastung für das ärztliche Personal mit sich bringt."
"Die Besonderheit", fährt der Leiter der chirurgischen Abteilung fort, "besteht darin, dass jede zum Tod führende Erkrankung oft in einer anschließenden Obduktion genaustens untersucht werden muss. Diese wird für zukünftige Fälle wissenschaftlich dokumentiert, um in zukünftigen, ähnlichen Fällen die Patienten mit noch besseren Therapien zu behandeln."
Besondere Erwähnung verdient die Intensivstation, deren Personal in einer ständigen Anspannung duch Schwerstfälle gehalten werden. Den dauerhaften Einsatz von technischen Geräten bemerkt man daran, dass ständig Gerätschaften durch die Flure geschoben werden, um gleich darauf hinter einer Krankenzimmertür zu verschwinden. Die Oberschwester der chirurgischen Abteilung sagt, dass die hektische Betriebsamkeit ihr und ihren Kollegen hilft, sich nicht zu sehr von den Einzelschicksalen gefangen nehmen zu lassen.

Für die Krankenschwestern und Ärzte bietet die erst vor einem Jahr fertiggestellte Kantine eine vielzahl von Speisen und Getränken, sodass die wenigen Pausen zu einer körperlichen Stärkung des anstrengenden Dienstes genutzt werden können. Die Namensschilder auf den Reverse der weißen Mäntel verraten, dass nicht nur die Patienten, sondern auch das behandelnde und ärztliche Personal ein buntes Völkergemisch ist.


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