Abi-Gag-Rede 2012

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Ihr durchaus sehr geliebten 13er,
sehr geehrte Schüler- und Lehrerscharen,
geschätzte Hausmeister, werte restliche Anwesenden,

dies ist nun der Tag, an dem wir die Stufe 13 des Beethoven-Gymnasiums aus der alltäglichen Schulzeit entlassen. Wir verabschieden uns von einem gern gesehenen und treuen Freund - dem Spaß. So stehen hier also die Chices und die Fellas und warten darauf, sich in ein tiefes Loch des Nichts-Tuns fallen zu lassen.

Quälereien wie Klausuren, Abgabefristen, ungelegene Freistunden und schlechte Bewertungen verfolgten diese Pople in den letzten Jahren. Nur noch ihre abschließenden Abiturklausuren stellen sich zwischen sie und ihr Verlassen des Rotstiftmilieus. Manchmal saß ich in meinem Aufsichtsstuhl, am Ufer dieses Ozeans der Verwirrung,  und habe leise in mich hineingekichert.

Was hat mir dieses Kichern gebracht? Schmerz, Tränen, Nostalgie und Sehnsucht, da ich heute diese Menschen in die Freiheit entlassen muss. Viel Gutes haben sie geleistet, wenig Schlechtes, darauf bin ich sehr stolz; viel Arbeit steckt in diesen Sprösslingen.
Heute ist ein historischer Tag, der sich wie ein großer Schwarm in sämtlichen Geschichtsbüchern ausbreiten wird: ich verliere meine Sister's und Bro's, jede/r einzelne von ihnen wohlgeformt wie David oder Pamela, und doch kann ich sie alle auseinanderhalten. Auf den Schulgängen wurde ich oft von ihrer Schönheit geblendet - das habe ich mir aber nicht anmerken lassen.

Es war nicht immer ruhig und friedlich in diesem Ozean hier. Spätestens als der Tsunami "PISA" über die Ufer trat, konnte man das Verschwinden unseres bereits erwähnten Freundes mit dem Namen "Spaß" spüren. Gleichzeitig wurde sein Feind an die Ufer geschwemmt - die "Pflicht". Auch in diesem Jahr zieht der Sog einige wundersame Menschen aus diesem Gebäude und dessen Mauern.

Was kann ich diesen Prachtstücken nun mit auf den Weg geben? Ich ziehe hierzu ein Zitat von David Hasselhoff höchstpersönlich heran: "I feel the run vor many years to come." - Also rennen Sie, meine Damen und Herren, rennen Sie und lassen Sie sich auf keinen Fall aufhalten. Nutzen Sie jede Gelegenheit, die sich ihnen bietet und lassen Sie sich nicht von Sprüchen aus billigen Glückskeksen leiten.

Aber glauben Sie nicht, dass die Welt außerhalb dieses Schulgeländes so einfach ist, wie sie Ihnen erscheint; sie wird beherrscht von Kapitalismus, Arroganz und Korruption; dazwischen finden Sie vielleicht manchmal ein nettes Lächeln oder einen hübschen Popo, aber vielmehr auch nicht.

Liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten,
ich möchte Ihnen allen meinen hochachtungsvollen Dank, aber auch Respekt aussprechen: Sie haben lange genug durchgehalten. Ich kann nicht genau sagen, ob ich mich freuen würde, die/den eine/n oder andere/n zu einer Ehrenrunde in der Schule einzuladen. Eigentlich liegt das nicht in meinem Interesse. Was ich Ihnen damit sagen möchte, ist Folgendes: Sie werden mir alle schrecklich fehlen. Auch hier zitiere ich wieder in vollster Freude Herrn Hasselhoff: "Instinkt is stronger than reason - it's just human nature to me."

Ab ins Wochenende, Küsschen links, Küsschen rechts - ab geht die Post!



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