James Bond 007 – Ein Quantum Trost - Top oder Flop?

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Seit einigen Wochen ist der lang ersehnte neue Film des berühmtesten britischen Geheimagenten der Welt wieder auf der Leinwand zu sehen.

Nach „Casino Royale“ (2006) ist „Ein Quantum Trost“ der zweite James Bond Film mit Bond-Neuling Daniel Craig.

Das zweite Abenteuer mit Daniel Craig als 007 ist ernster, temporeicher und kompromissloser und richtet sich vor allem an ein Publikum mit modernen Filmansprüchen.

Kaum eine Actionsequenz, egal ob auf dem Boot, im Auto oder im Flugzeug, dauert länger als eine Sekunde – die Schnitte sind rasend schnell.

Nach dem Start von „Casino Royale“ im Jahr 2006 heimste der erste Film mit Craig viel Kritik ein, sowohl positive als auch negative.

Während die einen Fans es gelungen fanden, die Handlung vor dem allerersten Bond-Film spielen zu lassen („James Bond 007 jagt Dr. No“, 1962 mit Sean Connery), nahm dies nicht jeder klaglos hin.

Auch Daniel Craig in einer Reihe von dunkelhaarigen, charismatischen Männern ist für viele Fehl am Platz. Er ist zu blond, zu langweilig und zu unspektakulär, so eine weit verbreitete Meinung.

Bei vielen Fans kam die neue Härte sehr gut an. Bond – kalt und unerschütterlich, ein roher Mensch, der erst noch Form finden muss. Ein Defizit ist das, das für die neue Härte die vorige, nonchalante Ironie auf der Strecke bleibt. Campbell (Regisseur) inszeniert Bond nicht als Bond, sondern als reinrassigen Actionfilm. Nur hin und wieder gibt es irritierend schlagfertige Einzeiler („Dann bist du eine blöde Kuh“), die für Laune sorgen. Davon hätte es mehr sein dürfen. Hinzu kommen auch einige Schwachstellen in der Mitte des Films, bevor sich „Casino Royale“ im zerstörerischen Finale in Venedig wieder fängt. Insgesamt ist Campbells Einführung des blonden Bonds ziemlich gelungen und macht Lust auf mehr.

Verwirrend nun für die Zuschauer von „Ein Quantum Trost“ ist die Tatsache, dass der Film direkt an „Casino Royale“ anknüpft. Zwischen dem Ende des ersten Films und dem Beginn des zweiten soll gerade mal eine Stunde liegen.

Somit beginnt der Film mitten in Handlungen, actionreich und rasant.

Nahaufnahme, Schnitt, Nahaufnahme, Schnitt, Zeitlupe, Schnitt, Explosion. Bei keiner der auf diese Weise in Szene gesetzten Actionsequenzen ist es auch nur annähernd möglich, eine Art Ablauf des Geschehens nachvollziehen zu können.

Aber eins ist ganz klar: Der Film will neue Maßstäbe setzen und sich sowohl von Actionfilmen jedweder Art als auch von allen bisherigen Bond-Filmen abgrenzen.

Viele bondtypischen Filmeigenschaften fehlen, unter anderem gibt es keine wesentlichen Flirts mit Angestellten wie zum Beispiel Ms. Moneypenny, kein Gegner, der die Welt erobern will, sogar der Satz „Mein Name ist Bond. James Bond“ fehlt.

Die Macher drücken auch so sehr aufs Tempo, dass „Ein Quantum Trost“ mit 103 Minuten einer der kürzesten Bonds aller Zeiten ist.

Hauptstory des Films ist, dass Bond seine Freundin Vesper rächen will, die am Ende von „Casino Royale“ starb um ihn zu retten.

Im Allgemeinen sind die Frauenrollen im neuen Bond-Abenteuer fremdartig verteilt.

Obwohl es wieder ein Bondgirl gibt (Olga Kurylenko) kommt es in diesem Film das erste Mal vor, dass James Bond diese nicht verführt sondern mit Agentin Fields (MI6-Agentin, gespielt von Gemma Arterton) eine Liaison eingeht, worauf Fields kurze Zeit später stirbt, übergossen mit Öl (eine Hommage an „James Bond 007 – Goldfinger“, 1964).

Ein Quantum Trost“ ist ohne Frage ein starker Actionfilm, zügig erzählt und mit einer hochinteressanten Story, die ohne Frage nach einer Fortsetzung schreit – was auch geplant ist.

Nicht zuletzt zeigt der Film auch einen Hauptdarsteller, der die Rolle des Charakters James Bond neu verinnerlicht hat, ohne einen seiner Vorgänger kopiert zu haben und zu wollen.

Die Leichtigkeit, das Spielerische und nicht zuletzt auch der Humor, mit der die alten Abenteuer daherkommen, fehlen ebenso, wie alle berühmten Bond-Merkmale, die dem Zuschauer künftig wohl portionsweise zurückgegeben werden sollen.



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